Bernhard von Clairvaux, Fünfte Predigt zur Fastenzeit

 

Die Waffe des Gebetes

 

 

                        «Der Feind kann den Anstoß zur Versuchung geben, bei dir aber liegt es zuzustimmen, wenn du willst, oder die Zustimmung zu verweigern. In deiner Macht steht es, wenn du willst, deinen Feind zu deinem Knecht zu machen, so dass für dich alles zum Guten zusammenwirkt (Röm 8,28). Denn siehe, der Feind entfacht das Verlangen nach Speise, er flüstert dir Gedanken der Eitelkeit und Unduldsamkeit ein oder stachelt die Regung der Begierde an: du brauchst nur nicht zuzustimmen, und so oft du widerstehst, so oft wirst du den Siegeskranz erlangen. Ich kann jedoch nicht verhehlen, liebe Brüder: es ist mühsam und gefährlich. Aber im Kampf selbst erleben wir, wenn wir mannhaft widerstehen, aus dem guten Gewissen eine Art frommer Ruhe. Wenn wir nicht dulden, dass diese Gedanken, sobald wir sie in uns bemerkt haben, länger verharren, wenn sich vielmehr die Seele mit ganzer Heftigkeit gegen sie erhebt, dann glaube ich sogar, dass der Feind erschreckt weichen wird, ohne gleich wieder so gern zurückzukehren. Doch wer sind wir, oder was ist unsere Stärke, dass wir so vielen Versuchungen widerstehen können? Dies war es gewiss, wonach Gott trachtete, dies war es, auf was er uns hinführen wollte: Wir sollten mit ganzer Demut seine Barmherzigkeit aufsuchen, wenn wir unsere Schwäche sehen, wenn wir merken, dass es für uns keine andere Hilfe gibt. Deshalb bitte ich euch, meine Brüder: Seid stets bereit, beim Gebet eure Zuflucht zu suchen; hier findet ihr die größte Sicherheit».

 

                        (Bernhard von clairvaux, Fünfte Predigt zur Fastenzeit, 3-4, in Winkler, Gerhard B. (Hg.), Bernhard von Clairvaux. Sämtliche Werke lateinisch/deutsch VII, Innsbruck 1996, S. 483-485).


 

 La arma de la oración

 

                        «El enemigo es capaz de despertar el impulso de la tentación; pero, si quieres, tú puedes dar o negar el consentimiento. Si quieres, eres capaz de reducir a servidumbre a tu enemigo y que todo coopere a tu bien. Cuando el enemigo encienda tu apetito de comer, te sugiera pensamientos de vanidad o de impaciencia, o te excite la lascivia, tú simplemente no consientas. Cuentas veces resistas, tantas serás coronado. No puedo negar, hermanos, lo molestas y peligrosas que son estas cosas. Pero en la misma lucha, si resistimos con valor, sentimos una paz que proviene de la buena conciencia. Creo además que, si no nos entretenemos en estos pensamientos y, tan pronto como los advertimos nuestro espíritu lucha enérgicamente contra ellos, el enemigo se retirará confundido y no volverá tan presto. Pero ¿quiénes somos y con qué fuerza contamos para resistir a tantas tentaciones? Esto es lo que busca Dios y quiere que nos convenzamos: al palpar nuestra flaqueza y comprobar nuestra incapacidad, acudamos con toda humildad a su misericordia. Por eso os pido, hermanos, que tengáis siempre a mano el refugio inexpugnable de la oración».

 

                        (Bernardo de Claraval, Sermon quinto en la Cuaresma, 3-4, ed: Los Monjes Cistercienses de España, en Obras completas de San Bernardo III, BAC, Madrid 1985, p. 433).


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